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Vom Leben zwischen den Inseln

Vom Leben zwischen den Inseln

Manchmal werde ich gefragt, warum ausgerechnet hier. Warum die Schären vor Stockholm. Warum nicht irgendwo anders.

Ich glaube, die Antwort liegt nicht auf einer Karte.
Zwischen den Inseln verändert sich die Welt ein wenig. Nicht laut. Nicht plötzlich. Fast unmerklich. Der Wind entscheidet mit, wie der Tag beginnt. Das Wasser erzählt, ob ein Sturm vorbeigezogen ist. Das Licht wandert über die Felsen und lässt selbst vertraute Wege jeden Tag ein wenig anders aussehen.
Man beginnt, langsamer zu gehen, ohne es sich vorzunehmen. Nicht, weil man Zeit hat. Sondern weil dieser Ort sie einem zurückgibt.
Ich mag, dass hier nichts nach Aufmerksamkeit verlangt. Die alten Kiefern stehen einfach da. Die Boote schaukeln geduldig an ihren Stegen. Möwen kreisen über dem Wasser, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Es ist eine stille Schönheit. Eine, die sich nicht aufdrängt.

Vielleicht war es der Nordstern, der mich hierhergezogen hat.
Zwischen den Inseln muss ich nicht mehr suchen. Es genügt, da zu sein.

Manchmal, wenn das Licht so schön wird, dass es fast wehtut, wünschte ich mir jemanden neben mir, der es sieht.
Nicht, weil ich allein nicht genüge. Sondern weil manche Schönheit erst ganz wird, wenn sie geteilt wird.
Augen, die meine treffen, im selben Moment, auf dieselbe Farbe im Wasser.
Ein Satz, der nicht gesagt werden muss, weil das Gesehene ihn schon überflüssig macht.

Ich stelle mir dann vor, wie es wäre – nicht anders zu leben, nur nicht ganz allein damit zu sein.
Und dieser Gedanke bleibt manchmal länger, als mir lieb ist, und ich bemerke, dass die Sterne sich längst weitergedreht haben und ich immer noch dasitze.

Vielleicht bedeutet das, zwischen den Inseln zu leben.

Zwischen Ankunft und Zugehörigkeit.

Zwischen Suchen und Sein.


Zwischen Sehnsucht und Genügen.

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