Inhalt

FAQ

Grundlagen
Was ist instinktives Bogenschießen

Instinktives Bogenschießen ist eine traditionelle Form des Bogenschießens, bei der ohne Visier oder andere Zielhilfen geschossen wird. Statt bewusst Entfernungen zu berechnen oder technische Referenzpunkte zu nutzen, lernt der Schütze, den Pfeil durch Erfahrung, Wahrnehmung und wiederholte Praxis ins Ziel zu bringen.
Der Begriff stammt vom englischen „instinctive shooting“ und ist historisch seit den 1920er und 1930er Jahren dokumentiert. Dabei bedeutet „instinktiv“ nicht, dass Bogenschießen angeboren wäre. Niemand kommt mit der Fähigkeit zur Welt, einen Pfeil präzise zu schießen.
Gemeint ist vielmehr ein erlernter Instinkt. Durch viele Wiederholungen werden Bewegungsabläufe, Entfernungseinschätzung und Zielwahrnehmung so tief verinnerlicht, dass sie ohne bewusstes Nachdenken ablaufen. Ähnlich wie beim Werfen eines Steins berechnet der Schütze keine Winkel oder Flugbahnen. Der Körper hat gelernt, was zu tun ist.
Instinktives Bogenschießen bedeutet nicht, weniger zu lernen. Es bedeutet, so lange zu lernen, bis Denken und Handeln nicht mehr getrennt sind. Der Pfeil fliegt nicht durch Magie. Er fliegt durch Erfahrung. Durch Übung. Durch Vertrauen. Und irgendwann entsteht daraus etwas, das sich natürlich anfühlt. Nicht weil es angeboren wäre. Sondern weil es Teil von dir geworden ist.

Was ist der Unterschied zwischen instinktivem und intuitivem Bogenschießen?

Die Begriffe werden heute oft synonym verwendet, beschreiben aber ursprünglich nicht dasselbe.
Der Begriff „instinktives Bogenschießen“ stammt vom englischen Ausdruck „instinctive shooting“, der bereits seit den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im traditionellen Bogenschießen verwendet wird. Gemeint ist dabei kein angeborener Instinkt, sondern ein erlernter. Durch viele Wiederholungen werden Bewegungsabläufe, Entfernungseinschätzung und Zielwahrnehmung so tief verinnerlicht, dass sie ohne bewusstes Nachdenken ablaufen.
„Intuitives Bogenschießen“ ist dagegen eine jüngere Bezeichnung. Das Wort Intuition wird meist mit Gefühl, Eingebung oder spontanem Erfassen einer Situation verbunden. Deshalb wird der Begriff häufig verwendet, um einen leichteren oder emotionaleren Zugang zum Bogenschießen zu beschreiben.
In der Praxis überschneiden sich beide Begriffe oft. Viele Schützen, die von intuitivem Bogenschießen sprechen, beschreiben letztlich dieselbe Schießweise.
Aus historischer Sicht ist „instinktives Bogenschießen“ jedoch der präzisere Begriff. Er betont, dass die Fähigkeit nicht angeboren ist und auch nicht auf einer spontanen Eingebung beruht. Sie entsteht durch Training, Erfahrung und tausende Wiederholungen.

Kurz gesagt:
Intuitiv beschreibt eher das Gefühl.
Instinktiv beschreibt das Ergebnis von Übung.
Deshalb verwende ich bei Mellansken Bågskola bewusst den Begriff „instinktives Bogenschießen“. Nicht weil er besser klingt, sondern weil er die ursprüngliche Idee genauer beschreibt:
Ein Handwerk, das durch Praxis zur zweiten Natur wird.

Ist instinktives Bogenschießen schwer zu erlernen?

Nein. Die Grundlagen des instinktiven Bogenschießens lassen sich von den meisten Menschen überraschend schnell erlernen. Viele Anfänger treffen bereits in ihrer ersten Unterrichtseinheit zuverlässig auf kurze Distanzen.
Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, den Pfeil ins Ziel zu bringen. Die Herausforderung besteht darin, die Bewegung so oft zu wiederholen, dass sie natürlich wird.
Instinktives Bogenschießen basiert nicht auf komplizierter Technik oder technischen Hilfsmitteln. Es basiert auf Wahrnehmung, Koordination und Erfahrung. Ähnlich wie beim Werfen eines Balls oder dem Fangen eines Gegenstands entwickelt der Körper mit der Zeit ein Gefühl für Entfernung, Bewegung und Timing.
Wie schnell jemand Fortschritte macht, hängt sowohl von den persönlichen Voraussetzungen als auch von regelmäßiger Praxis ab.
Das Schöne am instinktiven Bogenschießen ist:
Du musst nicht perfekt sein, um Freude daran zu haben.
Viele Menschen entdecken gerade in der Einfachheit des Bogens, der Konzentration auf den Moment und dem stetigen Lernprozess einen besonderen Reiz.
Instinktives Bogenschießen bedeutet nicht, weniger zu lernen. Es bedeutet, so lange zu lernen, bis Denken und Handeln nicht mehr getrennt sind. Was anfangs bewusst geübt wird, wird mit der Zeit selbstverständlich.
Nicht durch Magie.
Sondern durch Erfahrung, Übung und Vertrauen.

Kann jeder instinktives Bogenschießen erlernen?

Ja. Die meisten Menschen können instinktives Bogenschießen erlernen.
Es braucht kein besonderes Talent und keine außergewöhnliche körperliche Fitness. Entscheidend sind Übung, Geduld und die Bereitschaft zu lernen.
Der Körper lernt mit jeder Wiederholung. Was anfangs ungewohnt wirkt, wird mit der Zeit selbstverständlich. Nicht weil man damit geboren wird. Sondern weil man es Schritt für Schritt erlernt.

Muss ich sportlich oder besonders kräftig sein?

Nein. Für den Einstieg ins instinktive Bogenschießen sind weder besondere Fitness noch große Körperkraft erforderlich.
Wichtiger als Kraft sind eine saubere Technik und ein passendes Zuggewicht. Deshalb beginnen Anfänger bei Mellansken mit Bögen, die zu ihren individuellen Voraussetzungen passen. Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichen sportlichen Hintergründen können instinktives Bogenschießen erlernen.

Warum schießen instinktive Bogenschützen ohne Visier?

Weil das instinktive Bogenschießen auf Erfahrung statt auf technische Zielhilfen setzt. Durch regelmäßiges Training lernt der Schütze, Entfernungen und Zielbilder natürlich wahrzunehmen, ohne ein Visier zu benötigen.

Der Blick bleibt dabei auf dem Ziel – nicht auf der Technik.

Ist instinktives Bogenschießen sicher?

Ja. Instinktives Bogenschießen ist eine sichere Sportart, wenn die grundlegenden Sicherheitsregeln eingehalten werden.
Dazu gehören ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Bogen, klare Schießregeln und eine sichere Schussrichtung. Deshalb sind Sicherheitsregeln ein fester Bestandteil jedes Kurses.

Ist instinktives Bogenschießen ein Sport oder eher eine Freizeitbeschäftigung?

Beides. Instinktives Bogenschießen kann als Sport betrieben werden, aber auch als entspannende Freizeitaktivität in der Natur.
Viele Menschen schätzen die Kombination aus Bewegung, Konzentration und dem besonderen Erlebnis und das Gefühl von Freiheit, das beim Schießen mit einem traditionellen Bogen entsteht..

Was macht instinktives Bogenschießen anders als olympisches Bogenschießen?

Der größte Unterschied liegt in der Ausrüstung und der Schießweise. Beim olympischen Bogenschießen werden moderne Sportbögen mit Visier und weiteren technischen Hilfsmitteln verwendet.
Beim instinktiven Bogenschießen wird dagegen meist mit traditionellen Bögen ohne Visier geschossen. Der Fokus liegt auf einer natürlichen Schießbewegung und dem Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.

Warum fasziniert Menschen das Bogenschießen seit Jahrtausenden?

Der Bogen gehört zu den ältesten Werkzeugen der Menschheit. Über Jahrtausende wurde er für Jagd, Schutz und Wettkampf genutzt.
Bis heute begeistert viele Menschen die Verbindung aus Konzentration, Bewegung und Präzision. Gleichzeitig bietet Bogenschießen einen seltenen Moment der Ruhe in einer oft hektischen Welt.

Schießtechnik

Der Stand

Das Fundament des Schusses
Jeder Pfeil beginnt lange bevor die Sehne die Finger verlässt. Er beginnt dort, wo deine Füße den Boden berühren. Viele Schützen suchen nach Lösungen in den Händen. Sie verändern den Griff. Sie verändern den Auszug.
Sie verändern den Referenzpunkt.
Dabei liegt die Ursache oft viel tiefer.
Im Stand.
Der Boden ist der erste Lehrer des Bogenschützen. Er zeigt sofort, ob wir ruhig stehen oder gegen uns selbst arbeiten. Manchmal sieht man Schützen in den erstaunlichsten Positionen. Sie machen einen Ausfallschritt.
Sie beugen sich zur Seite. Sie verdrehen ihren Körper. Und versuchen anschließend, einen ruhigen Schuss auszuführen.
Doch der Bogen verlangt keine Akrobatik. Er verlangt Stabilität. Vor jedem guten Schuss steht deshalb eine einfache Frage: Stehst du sicher und bequem?
Wenn die Antwort Nein lautet, beginnt der Schuss bereits mit einem Nachteil.
Deshalb suchen wir bei Mellansken immer zuerst den einfachsten Stand.
Den ruhigsten Stand. Den Stand, in dem der Körper weder kämpfen noch ausgleichen muss.
Die Schweden haben dafür ein schönes Wort:

lagom.
Nicht zu viel. Nicht zu wenig. Genau richtig.

Ein guter Stand fühlt sich oft unspektakulär an. Die Füße stehen etwa schulterbreit auf dem Boden.
Das Gewicht ruht ruhig und gleichmäßig. Der Körper bleibt aufrecht und entspannt. Nichts muss festgehalten werden. Nichts muss erzwungen werden. Du stehst einfach dort.
Ruhig. Stabil. Präsent.
Wie ein Felsen zwischen den Schären.
Von außen wirkt das unscheinbar. Doch genau hier entsteht die Grundlage für alles, was folgt.
Ein ruhiger Stand erlaubt einen ruhigen Auszug. Ein ruhiger Auszug erlaubt einen ruhigen Schuss.
Und ein ruhiger Schuss erlaubt dem Pfeil, seinen Weg zu finden. Manchmal verlangen Gelände, Hindernisse oder die Situation eine andere Haltung. Dann dürfen wir uns anpassen.
Wir knien. Wir öffnen unseren Stand. Wir verändern unsere Position. Doch auch dann bleibt das Ziel dasselbe:
So viel Stabilität wie nötig. So wenig Spannung wie möglich. Denn der beste Stand ist nicht der spektakulärste.
Der beste Stand ist derjenige, den du während des gesamten Schusses kaum bemerkst.
Er trägt dich. Still. Unauffällig.
Und genau deshalb ist er das Fundament des Schusses.

Der Griff zum Bogen

Der Spatz und der Weg der Kraft
Viele Schützen glauben, sie müssten den Bogen festhalten, um ihn zu kontrollieren.
Doch genau dort beginnt oft das Problem.
Stell dir vor, ein kleiner Spatz sitzt in deiner Hand.
Greifst du zu fest, verletzt du ihn. Öffnest du die Hand zu weit, fliegt er davon.
Dazwischen liegt das richtige Maß.

Die Schweden nennen es:
lagom
Nicht zu viel. Nicht zu wenig. Genau richtig.

Genau dort sollte auch dein Bogen liegen. Nicht festgehalten. Nicht losgelassen.
Einfach natürlich in der Hand. Denn der Bogen sucht einen ruhigen Weg durch deinen Körper.
Dieser Weg beginnt an der Daumenwurzel.
Dort liegt der Referenzpunkt zwischen dir und dem Bogen.
Von hier aus wandert die Kraft durch Handgelenk und Unterarm weiter.
Nicht durch Muskelkraft. Nicht durch Festhalten. Sondern über eine ruhige und klare Verbindung.
Jedes unnötige Eingreifen verändert diesen Weg. Ein zu fester Griff bringt Spannung in Hand, Arm und Schulter.
Ein abgeknicktes Handgelenk lenkt die Kraft zur Seite. Eine offene Hand greift im letzten Moment wieder zu.
Und ein falscher Druckpunkt lässt den Bogen seinen Weg verlieren.
Der Pfeil spürt all das.
Deshalb besteht gutes Bogenschießen oft weniger darin, etwas zu tun, als etwas nicht zu tun.
Der Spatz erinnert uns daran, dem Bogen nicht die Luft zum Atmen zu nehmen.
Der Weg der Kraft erinnert uns daran, der Kraft des Bogens nicht im Weg zu stehen.
Wenn beides zusammenkommt, entsteht etwas Besonderes:
Der Bogen liegt ruhig in deiner Hand. Die Kraft findet ihren Weg. Und der Pfeil darf fliegen.
Nicht weil du ihn gezwungen hast.
Sondern weil du es zugelassen hast.

Der Griff an der Sehne
Die Verbindung zum Pfeil

Der Pfeil liegt zwischen Ziel und Schütze. Dazwischen befindet sich nur eine einzige Verbindung:
Die Sehne.
Wie wir diese Verbindung greifen, hat großen Einfluss auf den gesamten Schuss.
Viele Schützen sprechen hier vom Anker.
Bei Mellansken betrachten wir es etwas anders.
Bevor wir einen Referenzpunkt finden können, müssen wir die Sehne zunächst ruhig und zuverlässig greifen.
Dafür verwenden wir drei Finger.
Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger.
Sie tragen die Last des Auszugs. Daumen und kleiner Finger bleiben entspannt.
Der Pfeil wird dabei lediglich geführt. Nicht festgehalten. Nicht eingeklemmt. Nicht gezogen.
Die Finger begleiten den Pfeil.
Mehr nicht.
Je ruhiger diese Verbindung ist, desto ruhiger kann später auch der Schuss werden.
Deshalb beginnt gutes Schießen nicht mit Kraft.
Sondern mit einer sauberen Verbindung zwischen Hand, Sehne und Pfeil.

Der mediterrane Griff
Die klassische Verbindung zur Sehne

Der mediterrane Griff ist die älteste und bis heute am weitesten verbreitete Art, die Sehne zu greifen.
Dabei liegt der Zeigefinger oberhalb des Pfeils. Mittel- und Ringfinger liegen unterhalb des Pfeils an der Sehne.
Der Pfeil wird dabei locker zwischen den Fingern geführt. Nicht eingeklemmt. Nicht festgehalten. Nicht gezogen. Die Finger tragen die Sehne. Der Pfeil begleitet den Schuss.
Wir greifen die Sehne bis maximal zum Ende des ersten Fingergliedes. Dadurch kann die Sehne sicher gehalten und gleichzeitig sauber freigegeben werden. Der mediterrane Griff wird seit Jahrhunderten verwendet und gehört bis heute zu den am häufigsten genutzten Techniken im traditionellen Bogenschießen. Viele der prägenden Persönlichkeiten des traditionellen Bogenschießens schossen mit dieser Technik. Nicht weil sie die einzige Möglichkeit ist. Sondern weil sie einfach, zuverlässig und wirkungsvoll funktioniert. Ein weiterer Vorteil liegt in der Konstruktion vieler traditioneller Bögen. Die meisten Serienbögen sind so gebaut, dass sie mit einem mediterranen Griff besonders ausgewogen arbeiten. Die Belastung verteilt sich gleichmäßig auf beide Wurfarme. Der Bogen kann seine Kraft ruhig und kontrolliert entfalten. Deshalb ist der mediterrane Griff für viele Schützen ein hervorragender Ausgangspunkt.
Nicht weil er perfekt ist.
Sondern weil er sich seit Generationen bewährt hat.

Der Untergriff oder Apache draw

Drei Finger unter dem Pfeil Beim Untergriff liegen alle drei Zugfinger unterhalb des Pfeils an der Sehne.
Der Zeigefinger. Der Mittelfinger. Der Ringfinger.
Der Pfeil ruht oberhalb der Finger und wird auch hier lediglich geführt.
Nicht festgeklemmt. Nicht gehalten.
Der größte Unterschied zum mediterranen Griff besteht darin, dass der Pfeil näher an das Auge heranrückt.
Viele Schützen empfinden dies als angenehm, weil die Wahrnehmung des Pfeils dadurch leichter wird.
Deshalb wird der Untergriff häufig im modernen traditionellen Bogenschießen verwendet.
Ob ein Schütze mit dem mediterranen Griff oder dem Untergriff besser schießt, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Treffsicherheit entsteht nicht durch die Wahl einer bestimmten Technik.
Treffsicherheit entsteht durch Wiederholung. Durch Vertrauen. Und durch eine Technik, die zum Schützen passt.
Deshalb geht es bei Mellansken nicht darum, die eine richtige Lösung zu finden.
Es geht darum, eine Lösung zu finden, die für dich funktioniert.
Der beste Griff an der Sehne ist nicht der modernste. Nicht der älteste. Nicht der beliebteste.
Der beste Griff ist derjenige, den du ruhig, sicher und wiederholbar schießen kannst.

Wie wird der Bogen gehalten?

Viele Diskussionen im Bogenschießen drehen sich um die Frage:
Soll der Bogen im Vollauszug vollkommen gerade stehen oder leicht schräg gehalten werden?
Für Mellansken gibt es darauf keine Vorschrift.
Aber eine klare Empfehlung.
Der Bogen wird leicht schräg gehalten.
Nicht weil es schöner aussieht. Nicht weil es eine Regel wäre. Sondern weil es dem instinktiven Schießen dient.
Beim instinktiven Bogenschießen suchen wir nicht nach einer Visierlinie.
Wir suchen nach Wahrnehmung.
Mit beiden geöffneten Augen nehmen wir die Welt vor uns auf.
Das Ziel. Die Entfernung. Die Umgebung. Der Weg, den der Pfeil gleich zurücklegen wird.
Die meisten dieser Informationen erreichen uns nicht bewusst.
Und doch verarbeitet unser Gehirn sie. Augenblick für Augenblick.
Schuss für Schuss.
Eine leicht schräge Haltung des Bogens unterstützt diesen Prozess.
Sie öffnet den Blick. Der Bogen tritt etwas aus dem Zentrum der Wahrnehmung zurück.
Das Ziel tritt deutlicher hervor. Der Blick wird weiter. Freier. Natürlicher.
Vielleicht ist es wie auf einem Kanu zwischen den Schären.
Wer nur auf die Spitze des Bootes schaut, sieht wenig von der Welt.
Wer den Blick hebt, erkennt Wasser, Wind, Inseln und Richtung zugleich.
Genauso verhält es sich mit dem Bogen. Wir schauen nicht auf ihn.
Wir schauen durch ihn hindurch.
Und deshalb steht der Bogen in Mellansken leicht schräg.
Eine wichtige Technik.
Als Einladung, mehr von der Welt wahrzunehmen.

Die Neigung des Bogens

Der Bogen wird nicht durch ein Abknicken des Handgelenks gekippt. Er wird auch nicht durch ein Verdrehen des Körpers gekippt.
Die Bewegung entsteht aus der Körpermitte.
Das gesamte T des Bogenschützen neigt sich leicht.
Ruhig. Natürlich. Als würde sich ein Baum im Wind ein wenig nach vorne neigen. Nicht in der Hüfte.
Nicht im Handgelenk. Sondern als eine gemeinsame Bewegung des gesamten Systems.
Dabei bleibt deine Stabilität vollständig erhalten.
Für Rechtshandschützen verwende ich oft ein einfaches Bild:
Stell dir eine große Uhr vor. Direkt über deinem Kopf befindet sich 12 Uhr.
Nun neige deinen Bogen auf etwa 13 Uhr.
Nicht weiter. Nicht weniger. Nur so weit, dass es sich natürlich anfühlt.
Und vor allem: So, dass du diese Haltung jederzeit wiederfinden kannst.
Denn beim instinktiven Bogenschießen suchen wir keine bestimmte Gradzahl.
Wir suchen Wiederholbarkeit.
Der untere Wurfarm zeigt dabei leicht nach links unten vom Körper weg.
Bei Linkshandschützen entsprechend spiegelbildlich.
Hebst du nun den Bogen an und gehst in den Auszug, entsteht die schräge Haltung beinahe von selbst.
Sie fühlt sich nicht gemacht an.
Sondern gefunden.
Schlussgedanken zur Haltung des Bogens
Man kann auch mit einem geraden Bogen instinktiv schießen.
Doch die leichte Neigung öffnet das Blickfeld.
Der Bogen tritt etwas aus dem Zentrum der Wahrnehmung zurück.
Das Ziel bleibt klar. Die Welt zwischen beiden bleibt erhalten.
Vielleicht ist genau das der wichtigste Grund. Wir „sehen den Bogen nicht.“
Wir schauen durch ihn hindurch.
Und deshalb wird der Bogen in Mellansken leicht schräg gehalten.

Der Referenzpunkt
Der Ort, an dem Wiederholung entsteht

Treffen beginnt nicht mit dem Ziel. Treffen beginnt mit Wiederholung. Jeder gute Schuss lebt davon, dass bestimmte Dinge immer wieder gleich geschehen.
Der Stand. Der Auszug. Die Haltung. Und der Ort, an dem die Zughand im Vollauszug ankommt.
Diesen Ort nennen wir bei Mellansken den Referenzpunkt.
Der Referenzpunkt gibt uns Orientierung.
Er sorgt dafür, dass die Sehne bei jedem Schuss an dieselbe Stelle zurückkehrt.
Nicht millimetergenau. Nicht verkrampft. Aber zuverlässig. Denn unser Körper lernt durch Wiederholung.
Je häufiger er denselben Bewegungsablauf ausführen darf, desto natürlicher wird der Schuss.
Der Referenzpunkt hilft ihm dabei. Für viele Schützen liegt dieser Punkt am Mundwinkel.
Dort findet die Zughand einen festen und leicht wiederholbaren Bezugspunkt. Doch nicht jeder Schütze ist gleich.
Gesichtsform, Auszugslänge, persönliche Vorlieben und manchmal auch eine Brille können dazu führen, dass unterschiedliche Lösungen sinnvoll sind.
Deshalb suchen wir nicht den perfekten Referenzpunkt.
Wir suchen deinen Referenzpunkt. Einen Punkt, den du zuverlässig wiederfinden kannst.
Denn der Referenzpunkt muss nicht für alle Schützen gleich sein.
Er muss für dich immer derselbe sein.

Der hohe Referenzpunkt
Mittelfinger am Mundwinkel

Beim hohen Referenzpunkt liegt der Mittelfinger im Vollauszug am Mundwinkel an.
Dadurch befindet sich der Pfeil in einer sehr günstigen Position zum Auge. Der Abstand zwischen Auge und Pfeil ist klein genug, damit unser Unterbewusstsein Entfernung und Zielbild gut verarbeiten kann.
Gleichzeitig liegt der Pfeil nicht direkt unter dem Auge. Dadurch bleibt das instinktive Schießen erhalten.
Viele erfahrene instinktive Bogenschützen bevorzugen diesen Referenzpunkt, weil er eine natürliche Verbindung zwischen Auge, Pfeil und Ziel schafft.
Ein zusätzlicher Referenzpunkt ist in der Regel nicht notwendig.
Der Mundwinkel genügt.
Wer den hohen Referenzpunkt verwendet, sollte jedoch darauf achten, dass die Sehne im Vollauszug weder Gesicht noch Brillengestell berührt.
Nur dann kann der Schuss ruhig und wiederholbar ausgeführt werden.

Der tiefe Referenzpunkt
Zeigefinger am Mundwinkel

Beim tiefen Referenzpunkt liegt der Zeigefinger im Vollauszug am Mundwinkel an. Der Abstand zwischen Auge und Pfeil wird dadurch etwas größer. Für das instinktive Bogenschießen befindet er sich jedoch weiterhin in einem sehr günstigen Bereich. Besonders für Brillenträger ist diese Variante oft die bessere Lösung.
Ein hoher Referenzpunkt kann dazu führen, dass die Sehne das Brillengestell berührt oder beim Abschuss gegen die Brille schlägt.
Der tiefe Referenzpunkt schafft hier zusätzlichen Raum und sorgt für einen störungsfreien Schussablauf.
Deshalb ist er keine Notlösung. Er ist eine vollwertige Alternative. Entscheidend ist nicht, welcher Referenzpunkt theoretisch besser ist.
Entscheidend ist, welcher Referenzpunkt für dich zuverlässig funktioniert. Der beste Referenzpunkt ist nicht der höchste. Nicht der tiefste.
Sondern derjenige, den du bei jedem Schuss wiederfinden kannst.

Der Abstand zwischen Auge und Pfeil
Der Referenzpunkt beeinflusst den Abstand zwischen Auge und Pfeil.

Dieser Abstand ist wichtig. Zu groß sollte er nicht sein. Zu klein aber ebenfalls nicht.
Stellen wir uns zwei Extreme vor. Im ersten Fall liegt die Zughand an der Hüfte.
Der Abstand zwischen Auge und Pfeil ist sehr groß. Der Pfeil befindet sich weit außerhalb unseres natürlichen Sichtbereichs.
Für unser Unterbewusstsein wird es deutlich schwieriger, Entfernung und Zielbild zuverlässig einzuschätzen.
Im zweiten Fall befindet sich der Pfeil direkt unter dem Auge. Nun geschieht das Gegenteil. Der Schütze beginnt automatisch, den Pfeil bewusst wahrzunehmen und ihn als Zielhilfe zu verwenden.
Das Schießen wird zunehmend zu einem Systemschießen. Zwischen diesen beiden Extremen liegt der Bereich, der sich für das instinktive Bogenschießen besonders bewährt hat.
Genau dort befinden sich der hohe und der tiefe Referenzpunkt. Beide bringen den Pfeil nah genug an das Auge heran, ohne ihn zur eigentlichen Zielhilfe werden zu lassen. Deshalb gibt es nicht den einen perfekten Referenzpunkt.
Es gibt lediglich einen Bereich, in dem Wiederholung, Wahrnehmung und Vertrauen besonders gut zusammenarbeiten.
Und genau dort entsteht instinktives Bogenschießen.

Ein Augenblick der Ruhe
Der Referenzpunkt ist kein Ort, an dem wir warten.

Er ist ein Ort, an dem wir ankommen. Wenn die Zughand ihren Referenzpunkt erreicht, ist der Auszug abgeschlossen. Der Bogen ist gespannt. Die Kraft des Bogens liegt in deinem Rücken.
Das Ziel befindet sich vor dir. Nun folgt ein kurzer Augenblick der Ruhe.
Nicht länger als nötig. Nicht kürzer als sinnvoll. Nur ein Moment.
Etwa eine Sekunde.
In dieser einen Sekunde geschieht mehr, als viele Schützen vermuten.
Wir nehmen das Ziel bewusst wahr. Wir spüren die Verbindung zwischen Körper, Bogen und Pfeil.
Wir stehen präsent im Schuss. Dann darf der Pfeil fliegen.
Bleiben wir deutlich länger im Vollauszug, beginnt oft das Denken.
Zweifel entstehen. Korrekturen beginnen. Der Schuss verliert seine Natürlichkeit.
Das andere Extrem ist das überhastete Schießen.
Der Schütze erreicht den Referenzpunkt kaum, bevor der Pfeil bereits unterwegs ist.
Auch hier fehlt dem Schuss etwas.
Die Ruhe.
Zwischen diesen beiden Extremen liegt ein schmaler Bereich. Ein kurzer Augenblick.
Lang genug, um anzukommen. Kurz genug, um dem Gelernten zu vertrauen.
Genau dort entsteht der beste Moment für das Zulassen.

Der Auszug des Bogens
Den Rücken öffnen

Viele Anfänger glauben, sie würden den Bogen mit dem Arm ziehen. Doch genau dort beginnt oft das Problem.
Der Arm bewegt die Sehne. Die Kraft für den Auszug kommt jedoch aus dem Rücken.
Wer versucht, den Bogen allein mit Hand, Unterarm oder Bizeps auszuziehen, stößt schnell an seine Grenzen.
Die Bewegung wird schwer. Die Schultern verspannen sich. Der Schuss verliert seine Ruhe.
Deshalb sprechen wir bei Mellansken nicht davon, den Bogen zu ziehen.
Wir sprechen davon, den Rücken zu öffnen.
Wenn der Auszug beginnt, bewegt sich die Zughand auf den Referenzpunkt zu. Gleichzeitig öffnet sich der Rücken. Die Schulter bleibt tief. Der Zugarm bewegt sich ruhig nach hinten. Die Kraft entsteht zwischen den Schulterblättern. Nicht in der Hand. Nicht im Unterarm. Nicht im Bizeps. Der Bogen wird nicht gezogen.
Der Rücken öffnet sich. Für viele Schützen ist dies einer der wichtigsten Momente auf ihrem Weg.
Plötzlich fühlt sich der Auszug leichter an. Ruhiger. Kontrollierter. Nicht weil der Bogen schwächer geworden wäre.
Sondern weil nun die richtige Muskulatur arbeitet.
Der Rücken gehört zu den stärksten Muskelgruppen unseres Körpers. Deshalb sollte auch er die Hauptarbeit übernehmen. Je besser uns das gelingt, desto ruhiger wird der gesamte Schuss.
Und desto leichter findet die Zughand ihren Referenzpunkt.

Wenn der Pfeil von der Auflage fällt
Viele Anfänger erleben in den ersten Trainingseinheiten dasselbe. Der Pfeil hebt sich von der Auflage ab.
Er kippt zur Seite. Oder er fällt vom Bogen. Oft wird dann versucht, das Problem am Pfeil zu lösen.
Die Finger werden anders positioniert. Der Griff wird verändert.
Manchmal wird sogar die gesamte Schießtechnik umgestellt.
Doch der Pfeil ist häufig nur der Bote.
Die eigentliche Ursache liegt meist an einer anderen Stelle. Zu viel Spannung in Hand oder Unterarm.
Ein gekrümmter Handrücken. Ein zu tiefer Zugarm. Oder ein Auszug, der nicht aus dem Rücken heraus erfolgt.
Der Pfeil zeigt uns lediglich, dass irgendwo im Bewegungsablauf etwas nicht zusammenarbeitet.
Deshalb behandeln wir nicht das Symptom.
Wir suchen die Ursache.
Wenn der Rücken die Arbeit übernimmt und die Zughand ihren Weg in einer ruhigen Linie zum Referenzpunkt findet, verschwindet dieses Problem oft ganz von allein. Der Pfeil muss dann nicht mehr festgehalten werden.
Er darf einfach dort bleiben, wo er hingehört.

Die Haltung im Vollauszug
Im Vollauszug entsteht die stärkste Belastung des gesamten Schussablaufs.

Gerade deshalb sollte der Körper nicht gegen den Bogen arbeiten, sondern mit ihm.
Ein guter Vollauszug erkennt sich nicht an Kraft. Sondern an Struktur.
Die Schulterblätter stehen ruhig und ausgeglichen. Der Rücken bleibt aufgerichtet. Der Referenzpunkt ist klar gefunden.
Pfeil und Zugarm bilden eine gemeinsame Linie.
Betrachtet man den Pfeil in seiner Verlängerung nach hinten, verläuft diese Linie durch die Mitte des Ellenbogens des Zugarms. So entsteht die charakteristische T-Form des Bogenschützen.
Diese Struktur verteilt die Kräfte des Bogens auf die großen Muskelgruppen des Rückens.
Der Schütze muss weniger halten. Der Körper kann effizienter arbeiten.
Eine gute Haltung fühlt sich deshalb oft überraschend leicht an.
Nicht weil weniger Kraft vorhanden wäre.
Sondern weil die Kraft ihren richtigen Weg gefunden hat.

Die Körperhaltung
Ruhe vor dem Schuß

Im Vollauszug ist alles bereit. Nicht mehr. Nicht weniger.
Die Schweden würden sagen:
lagom.
Beide Schulterblätter stehen ruhig nebeneinander. Der Rücken ist aufgerichtet, geöffnet.
Der Bogenarm zeigt seinen Weg nach vorn. Der Zugarm setzt diesen Weg nach hinten fort.
Dazwischen liegt der Pfeil.
Ruhig. Klar. Gerade. Der Referenzpunkt ist gefunden. Nun beginnt kein neues Tun.
Die Rückenmuskulatur hält die Spannung des Systems. Nicht durch Kraft. Sondern durch Verbindung.
Betrachtest du den Pfeil und verlängerst seine Linie nach hinten, sollte sie durch die Mitte deines Zugellenbogens verlaufen. Dann entsteht die Form, die wir suchen.
Ein klares T.
Wie die Querbalken eines Wegweisers zwischen den Schären.
Nichts drückt. Nichts zieht. Alles trägt.
In diesem Augenblick verteilt sich die Kraft des Bogens gleichmäßig über die großen Muskeln des Rückens.
Der Körper arbeitet mit dem Bogen.
Nicht gegen ihn.
Hebst du den Bogenarm zu hoch, steigt der Zugarm an oder streckst du den Bogenarm über sein natürliches Maß hinaus, verliert das System sein Gleichgewicht.
Der Weg der Kraft wird unterbrochen. Deshalb suchen wir nicht die stärkste Haltung.
Wir suchen die ruhigste, die natürlichste.
Die Haltung, in der der Bogen seine Kraft durch dich hindurch weitergeben kann.
Und genau dort beginnt der Moment vor dem Zulassen.

Das Zulassen
Der Moment, in dem der Pfeil fliegt

Viele Bogenschützen glauben, der wichtigste Teil des Schusses sei das Lösen der Finger.
Doch genau dort beginnt oft das Problem.
Denn in dem Moment, in dem wir versuchen aktiv zu lösen, greifen wir in etwas ein, das bereits bereit ist.
Im Vollauszug ist alles vorhanden.
Der Stand. Der Referenzpunkt. Der Weg der Kraft. Die Verbindung zum Rücken. Nun braucht es nichts Neues mehr.
Nur noch Vertrauen.
Wenn der Zug aus dem Rücken weitergeführt wird, entsteht das Zulassen beinahe von selbst.
Die Finger öffnen sich nicht bewusst. Die Sehne verlässt die Hand.
Der Pfeil übernimmt.
Die Zughand bewegt sich anschließend ruhig nach hinten. Nicht weil wir sie dorthin führen.
Sondern weil der Weg der Kraft weitergeht.
Ein gutes Zulassen erkennt man daran, dass nichts Auffälliges geschieht. Keine hektische Bewegung.
Kein Wegspringen der Hand. Kein bewusstes Öffnen der Finger. Der Schuss wirkt ruhig.
Fast unspektakulär. Und genau deshalb ist er gut.
Unsere Aufmerksamkeit liegt nicht auf den Fingern.
Sie liegt im Rücken. Dort, wo die Kraft ihren Ursprung hat.
Solange der Rücken seinen Weg weitergeht, kann die Sehne die Finger nahezu unbeeinflusst verlassen.
Der Pfeil erhält eine klare Richtung. Die Flugbahn wird ruhiger. Die Stabilisierungsphase verkürzt sich.
Die Treffer werden konstanter. Deshalb üben wir in Mellansken nicht das Loslassen.
Wir üben das Zulassen.
Und wenn dieser Weg stimmt, geschieht das Zulassen von selbst.
Mellansken:
 „Der Pfeil übernimmt.“
Technisch ist beides dasselbe.

Das Nachhalten
Dem Pfeil seinen Weg lassen

Viele Bogenschützen glauben, der Schuss sei beendet, sobald die Sehne die Finger verlassen hat.
Doch genau genommen beginnt jetzt ein weiterer wichtiger Teil des Schusses.
Das Nachhalten. Der Pfeil ist unterwegs. Und wir bleiben.
Der Bogenarm bleibt ruhig so lange der Pfeil unterwegs ist.
Der Blick bleibt mit beiden geöffneten Augen beim Ziel. Nichts eilt voraus.
Nichts greift bereits nach dem nächsten Pfeil.
Wir begleiten den Flug.
Wie man einem Kanu nachschaut, das langsam zwischen den Schären verschwindet.
Nicht weil wir es festhalten oder beeinflussen könnten.
Sondern weil wir sehen möchten, wohin seine Reise führt.
Während der Pfeil fliegt, geschieht etwas Bemerkenswertes. Unsere Augen nehmen Informationen auf.
Die Flugbahn. Die Entfernung. Die Bewegung des Pfeils. Den Moment des Auftreffens.
All diese Eindrücke werden gespeichert. Nicht bewusst. Sondern dort, wo das instinktive Schießen entsteht.
Unser Unterbewusstsein lernt. Schuss für Schuss. Pfeil für Pfeil.
Deshalb ist der Schuss erst beendet, wenn der Pfeil seine Reise beendet hat.
Nicht früher. Wer den Bogen bereits während des Fluges senkt, den Kopf bewegt oder gedanklich schon beim nächsten Pfeil ist, unterbricht diesen Lernprozess.
Er nimmt seinem Unterbewusstsein einen Teil der Informationen, die es für den nächsten Schuss benötigt.
Deshalb halten wir nach. Nicht aus Disziplin. Nicht aus Tradition.
Sondern weil genau hier das Gefühl entsteht, dem wir später vertrauen.
Das Nachhalten ist der Augenblick, in dem der Pfeil dem Schützen seine Geschichte erzählt.
Und der Schütze lernt zuzuhören.

Lernen durch Wahrnehmung

Wenn der Pfeil sein Ziel erreicht hat und der Bogen langsam abgesenkt wird, beginnt ein neuer Teil des Schusses.
Nun beobachten wir. Nun lernen wir. Wir fragen uns: Wo steckt der Pfeil? Warum steckt er dort? Was hat dieser Schuss mir gezeigt? Und was kann ich beim nächsten Pfeil mitnehmen? Dabei suchen wir nicht nach Fehlern.
Wir suchen nach Verständnis.
Denn das instinktive Bogenschießen lernt nicht allein durch Wiederholung.
Es lernt durch Wahrnehmung.

Jeder Pfeil hinterlässt eine Spur. Nicht nur im Ziel. Sondern auch in uns. Deshalb beobachten wir den Flug aufmerksam.
Die Flugbahn. Die Geschwindigkeit. Die Richtung. Den Moment des Auftreffens. All diese Eindrücke werden gespeichert. Schritt für Schritt entsteht daraus etwas, das wir später oft einfach „Gefühl“ nennen.
Doch dieses Gefühl ist kein Geheimnis.
Es ist die Summe vieler aufmerksam beobachteter Pfeile.
Deshalb sind auch helle Federn hilfreich.
Nicht nur, weil wir einen Pfeil leichter wiederfinden. Sondern weil wir seinen Weg besser sehen können.
Jeder sichtbare Pfeilflug ist eine kleine Unterrichtsstunde.
Und jeder aufmerksam beobachtete Schuss erweitert die Erfahrung, auf die wir später vertrauen.

Eine perfekte Form

Ausrüstung

Welche Bögen eignen sich für Anfänger?

Drei Bogenarten können für den Einstieg geeignet sein. Entscheidend ist weniger die Bogenform als ein passendes Zuggewicht und ein Bogen, der zu dir passt.
Langbögen bieten ein besonders traditionelles Schießerlebnis.
Recurvebögen sind leistungsstark und weit verbreitet.
Hybridbögen verbinden Eigenschaften beider Bauformen und gelten als komfortabel sowie fehlerverzeihend.
Bei Mellansken beginnen viele Schützen mit einem Hybridbogen, da er Leistung, Schusskomfort und Fehlerverzeihung in einer ausgewogenen Form verbindet.
Wichtiger als die Bogenart ist jedoch, dass der Bogen zu deiner Körpergröße, Auszugslänge und Kraft passt.
Ein zu starker Bogen erschwert das Lernen unnötig.

Was ist ein Hybridbogen?

Ein Hybridbogen ist eine moderne Weiterentwicklung des traditionellen Langbogens. Er verbindet Eigenschaften von Langbogen und Recurvebogen in einer Bauform.
Dadurch bietet er eine gute Kombination aus Schusskomfort, Leistung und Fehlerverzeihung. Viele Schützen schätzen Hybridbögen, weil sie angenehm zu schießen sind und gleichzeitig die traditionelle Ästhetik eines Langbogens bewahren.
Deshalb gehören Hybridbögen heute zu den beliebtesten Bogenarten im traditionellen und instinktiven Bogenschießen.

Was ist ein Langbogen?

Der Langbogen gehört zu den ältesten Bogenformen der Welt und wurde über Jahrtausende für Jagd, Krieg und Sport verwendet.
Typisch für den Langbogen sind seine einfache Bauweise, seine elegante Form und sein traditioneller Charakter. Viele Schützen schätzen das direkte Schussgefühl und die enge Verbindung zur Geschichte des Bogenschießens.
Bis heute steht der Langbogen für Einfachheit, Tradition und ursprüngliches Bogenschießen.

Was ist ein Recurvebogen?

Ein Recurvebogen ist ein Bogen, dessen Wurfarmenden nach vorne gebogen sind. Diese besondere Form ermöglicht eine effiziente Energieübertragung auf den Pfeil und sorgt für hohe Leistung bei vergleichsweise kompakter Bauweise.
Recurvebögen werden sowohl im traditionellen als auch im sportlichen Bogenschießen eingesetzt. Sie gelten als leistungsstark, vielseitig und weit verbreitet.
Durch ihre Bauweise bieten sie ein dynamisches Schussverhalten und einen hohen Schusskomfort.

Was ist ein Finger- und ein Armschutz?

Ein Fingerschutz schützt die Zugfinger vor dem Druck der Sehne und sorgt für ein angenehmeres Schießen. Je nach Vorliebe werden Schießhandschuhe oder Tabs verwendet.
Ein Armschutz schützt den Unterarm vor dem Kontakt mit der Sehne. Besonders Anfänger profitieren davon, bis Haltung und Bewegungsablauf sicher verinnerlicht sind.
Beide Ausrüstungsgegenstände erhöhen den Komfort und gehören zur empfohlenen Grundausstattung im traditionellen Bogenschießen.

Wie stark sollte mein erster Bogen sein und warum ist ein zu starker Bogen ein Fehler?

Für die meisten Erwachsenen liegt ein sinnvolles Einstiegs-Zuggewicht zwischen 20 und 30 Pfund. Das optimale Zuggewicht hängt jedoch von deiner Körperkraft, Auszugslänge und deinem Trainingsziel ab.
Bei Mellansken gilt: Lieber mit einem leichteren Bogen beginnen und eine saubere Technik entwickeln, als mit zu viel Zuggewicht zu kämpfen.

Ein zu starker Bogen erschwert das Erlernen einer sauberen Schießtechnik. Die Bewegungen werden verkrampft, die Konzentration sinkt und Fehler schleichen sich schneller ein.
Ein leichterer Bogen ermöglicht mehr kontrollierte Wiederholungen und damit einen schnelleren Lernfortschritt. Deshalb gilt besonders für Anfänger: Weniger ist oft mehr

Was ist wichtiger: der Bogen oder der Pfeil?

Beides muss zusammenpassen. In der Praxis wird die Bedeutung des Pfeils jedoch oft unterschätzt.
Ein hochwertiger Bogen kann sein Potenzial nicht entfalten, wenn die Pfeile nicht zu Zuggewicht, Auszugslänge und Schießstil passen.
Umgekehrt können passende Pfeile das Trefferbild deutlich verbessern.
Deshalb gilt: Der Pfeil ist mindestens genauso wichtig wie der Bogen.

Sollte ich meinen ersten Bogen online kaufen?

Gerade als Anfänger ist eine persönliche Beratung meist die bessere Wahl. Bogen, Pfeile und Zuggewicht sollten zu deiner Auszugslänge, Körperkraft und deinem Einsatzzweck passen.
Ein erfahrener Fachhändler oder ein Einsteigerkurs helfen dabei, typische Anfängerfehler und unnötige Fehlkäufe zu vermeiden.
Deshalb empfehle ich bei Mellansken, den ersten Bogen möglichst nach einer fachkundigen Beratung auszuwählen.

Wie wichtig ist die Wahl der Federfarbe und der Federlänge?

Die Federfarbe wird von vielen Anfängern unterschätzt. Tatsächlich kann sie einen großen Einfluss auf das Training haben.
Je besser du den Pfeilflug verfolgen kannst, desto leichter erkennst du Fehler und lernst aus jedem Schuss. Deshalb sollten Federn vor allem gut sichtbar sein. Die optimale Farbe hängt von Lichtverhältnissen, Hintergrund und auch individuellen Faktoren wie einer Rot-Grün-Schwäche ab.
Auch die Federlänge beeinflusst das Flugverhalten des Pfeils. Größere Federn stabilisieren den Pfeil schneller, während kleinere Federn meist etwas weniger Luftwiderstand erzeugen.
Für Anfänger gilt jedoch: Wichtiger als die perfekte Federlänge ist eine Federfarbe, die du unter deinen typischen Schießbedingungen gut erkennen kannst.

Wie wichtig ist die Befiederung eines Pfeils?

Sehr wichtig. Die Befiederung stabilisiert den Pfeil im Flug und kann gleichzeitig wertvolle Informationen über den Schuss liefern. Bei Mellansken empfehle ich, die Federfarbe nicht nach Optik, sondern nach Sichtbarkeit auszuwählen. Wer den Pfeilflug gut beobachten kann, lernt schneller und erkennt Fehler leichter.

Welche Pfeile brauche ich – Carbon oder Holz?

Sowohl Holz- als auch Carbonpfeile können gut funktionieren. Für die meisten Anfänger empfehle ich jedoch Carbonpfeile.
Carbonpfeile sind robuster, gleichmäßiger gefertigt und deutlich pflegeleichter als Holzpfeile. Sie verzeihen den rauen Alltag eines Einsteigers meist besser und müssen seltener ersetzt werden.
Holzpfeile haben ihren eigenen Charme und gehören für viele zum traditionellen Bogenschießen dazu. Sie sind wunderschön, sorgen aber auch dafür, dass man seinen Bogenhändler häufiger besucht.
Deshalb empfehle ich Anfängern in der Regel Carbonpfeile.
Holzpfeile sind für mich eher eine Wahl für Fortgeschrittene oder Liebhaber traditioneller Ausrüstung.

Was bedeutet Zuggewicht?

Das Zuggewicht gibt an, wie viel Kraft benötigt wird, um einen Bogen auszuziehen. Es wird üblicherweise in Pfund (lbs) angegeben.
Die Angabe auf dem Bogen bezieht sich dabei fast immer auf einen Auszug von 28 Zoll (28″). Das ist der internationale Standard im Bogensport.
Steht auf einem Bogen beispielsweise „50 lbs @ 28″“, bedeutet das: Der Bogen entwickelt bei einem Auszug von 28 Zoll ein Zuggewicht von 50 Pfund. Wer einen kürzeren Auszug hat, zieht in der Regel weniger Gewicht. Wer einen längeren Auszug hat, zieht entsprechend mehr.

Für Anfänger ist jedoch nicht das höchste Zuggewicht entscheidend, sondern ein Bogen, der sich sauber und kontrolliert schießen lässt. Eine gute Technik ist wichtiger als möglichst viele Pfund auf den Fingern.

Wie viel kostet der Einstieg?

Der Einstieg ins instinktive Bogenschießen ist oft günstiger, als viele Menschen vermuten.
Für eine einfache Grundausstattung aus Bogen, Pfeilen, Armschutz und Schießhandschuh solltest du je nach Ausrüstung mit etwa 150 bis 300 Euro rechnen. Hinzu kommen gegebenenfalls die Kosten für einen Einsteigerkurs.
Ich empfehle Anfängern, zunächst in eine gute Beratung und passendes Material zu investieren.

Ein zu günstiger Bogen ist oft teurer als ein guter Bogen.

Training

Wie oft sollte ich trainieren?

Regelmäßigkeit ist wichtiger als lange Trainingseinheiten. Mehrmals pro Woche 15 bis 20 Minuten konzentriert zu trainieren bringt meist mehr als eine einzige lange Einheit am Wochenende.
Entscheidend ist nicht die Anzahl der Pfeile, sondern die Qualität der Wiederholungen

Kann ich mir das Bogenschießen selbst beibringen?

Grundsätzlich ja. Viele Grundlagen lassen sich auch ohne Trainer erlernen.
Ein erfahrener Trainer kann jedoch Fehler früh erkennen und korrigieren, bevor sie sich festigen. Das spart Zeit, Frust und oft auch Geld.
Deshalb empfehle ich Anfängern, zumindest einen Einsteigerkurs zu besuchen.

Wie trainiere ich zu Hause? Darf ich auch zu Hause trainieren?

Ja, sofern die Sicherheit jederzeit gewährleistet ist. Das Ziel muss sicher aufgestellt sein und es muss ausgeschlossen sein, dass Menschen, Tiere oder Gegenstände gefährdet werden.
Für viele Schützen ist das Training auf kurze Distanzen zu Hause eine hervorragende Möglichkeit, Technik, Bewegungsabläufe und Schussrhythmus zu verbessern.

Wie verbessere ich meine Trefferquote?

Die meisten Schützen verbessern ihre Trefferquote nicht durch mehr Kraft oder bessere Ausrüstung, sondern durch bewusstes Training.
Eine saubere Technik, regelmäßige Wiederholungen und die Fähigkeit, aus jedem Schuss zu lernen, sind die wichtigsten Faktoren.
Treffen ist kein Zufall. Treffen ist eine erlernte Fähigkeit und das Vertrauen darin.

Welche Fehler machen Anfänger am häufigsten?

Die häufigsten Fehler sind ein zu hohes Zuggewicht, zu viel Nachdenken während des Schusses und der Wunsch nach schnellen Ergebnissen.
Wer sich auf saubere Bewegungen, regelmäßiges Training und Geduld konzentriert, macht meist die größten Fortschritte.

Wie lange dauert es, bis ich konstant treffe?

Das hängt von Trainingshäufigkeit, Erfahrung und den persönlichen Voraussetzungen ab. Erste Erfolge stellen sich oft schnell ein. Konstantes Treffen entwickelt sich jedoch über Monate und Jahre.
Treffen ist kein Ziel, das man erreicht. Es ist eine Fähigkeit, die man kontinuierlich entwickelt.

Ist Krafttraining sinnvoll?

Ja, kann aber das Bogentraining nicht ersetzen. Eine gute Grundkraft und stabile Muskulatur können das Schießen unterstützen und Verletzungen vorbeugen.
Für die meisten Schützen sind jedoch Technik, Bewegungsqualität und regelmäßiges Bogentraining wichtiger als maximale Kraft.

Wie gehe ich mit einem Leistungstief um?

Leistungstiefs gehören zum Lernprozess dazu und erleben selbst erfahrene Schützen immer wieder.
In solchen Phasen hilft es meist, die Erwartungen etwas zu reduzieren und sich auf die Grundlagen zu konzentrieren. Oft ist weniger Druck der schnellste Weg zurück zu guten Schüssen.
Vertraue dem, was du bereits gelernt hast. Fähigkeiten verschwinden nicht von heute auf morgen.

Philosophie

Was bedeutet Mellansken?

Mellansken stammt aus meiner Liebe zu Schweden und den Schären vor Stockholm.
Der Name leitet sich von der schwedischen Formulierung mellan skären ab –
„zwischen den Schären“ oder „zwischen den Inseln“.
Für mich beschreibt Mellansken jedoch mehr als einen Ort. Es beschreibt einen Zustand.
Einen Ort zwischen Anspannung und Entspannung. Zwischen Kontrolle und Vertrauen.
Zwischen dem Menschen, der wir sind, und dem Menschen, der wir werden können.
Vielleicht liegt genau dort die größte Freiheit.
Nicht im Ziel.
Sondern auf dem Weg dorthin.
Und vielleicht erinnern wir uns genau dort wieder daran, wie natürlich der Mensch eigentlich ist

Warum geht es beim Bogenschießen um mehr als Treffen?

Treffen ist sehr wichtig. Schließlich schießen wir einen Pfeil auf ein Ziel um es zu treffen.
Doch die meisten Menschen bleiben nicht über Jahre beim Bogenschießen, weil sie treffen. Sie bleiben, weil sie etwas anderes entdecken.
Bogenschießen verlangt Konzentration. Geduld. Präsenz. Es zeigt uns, wie wir mit Fehlern umgehen, wie wir lernen und wie wir mit Druck umgehen.
Der Pfeil trifft nicht immer das Ziel.
Aber jeder Schuss erzählt etwas über uns selbst.
Deshalb geht es beim instinktiven Bogenschießen für mich um mehr als Treffer.
Es geht um den Menschen hinter dem Bogen.

Was bedeutet „zulassen“ im instinktiven Bogenschießen?

Viele Anfänger versuchen, den Schuss zu kontrollieren. Sie wollen den perfekten Moment erzwingen und jeden Fehler vermeiden.
Doch je mehr wir kontrollieren wollen, desto schwieriger wird der Schuss oft.
Zulassen bedeutet nicht, passiv zu werden. Es bedeutet, die notwendige Arbeit vorher zu leisten und dem Gelernten anschließend zu vertrauen. Der Körper darf tun, was er gelernt hat.
Der Pfeil wird nicht durch Kontrolle gut.
Er wird gut durch Übung – und durch die Fähigkeit, diese Übung im richtigen Moment zuzulassen.

Warum ist Vertrauen wichtiger als Kontrolle?

Kontrolle hat ihren Platz im Lernen.
Vertrauen hat seinen Platz im Schießen.
Wer jede Bewegung bewusst steuern möchte, kommt irgendwann an seine Grenzen.
Der Schuss dauert nur einen Augenblick. Für bewusste Korrekturen bleibt kaum Zeit.
Deshalb trainieren wir. Deshalb wiederholen wir. Deshalb sammeln wir Erfahrungen.

Der Bogen lehrt nicht zu zielen – sondern zu vertrauen.

Vertrauen bedeutet nicht, auf Glück zu hoffen. Vertrauen bedeutet, sich auf etwas verlassen zu können, das man durch Übung und Erfahrung aufgebaut hat.

Was hat die Natur mit dem Bogenschießen zu tun?

Für mich gehören Natur und traditionelles Bogenschießen untrennbar zusammen.
Die Natur fordert nichts von uns. Sie bewertet nicht. Sie vergleicht nicht. Genau deshalb fällt es vielen Menschen dort leichter, zur Ruhe zu kommen und sich auf den Moment zu konzentrieren.
Zwischen Bäumen, Felsen und Wasser wird Bogenschießen oft zu mehr als nur einem Schuss auf ein Ziel. Es wird zu einer Begegnung mit der Natur – und manchmal auch mit sich selbst.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sich Bogenschießen in der Natur für viele Menschen so natürlich anfühlt.

Warum schießen Menschen auch heute noch mit einfachen Bögen?

Weil es nicht immer darum geht, den einfachsten Weg zum Treffer zu finden.
Ein einfacher Bogen fordert uns heraus, Fähigkeiten zu entwickeln, statt technische Hilfsmittel zu nutzen. Jeder Treffer entsteht durch Übung, Erfahrung und Vertrauen in das, was wir gelernt haben.
Viele Menschen schätzen genau diese Einfachheit. Sie reduziert den Menschen nicht auf Technik. Im modernen Leben begegnet uns davon bereits genug.
Sie bringt uns näher an die ursprünglichen Wurzeln des Bogenschießens und erinnert uns daran, dass weniger manchmal mehr sein kann.
Vielleicht liegt gerade darin die besondere Faszination eines einfachen Bogens.

Was können wir vom traditionellen Bogenschießen lernen?

Traditionelles Bogenschießen lehrt uns, dass nicht alles durch mehr Technik oder mehr Kontrolle besser wird.
Es erinnert uns daran, wie wichtig Geduld, Konzentration und regelmäßige Übung sind. Es zeigt uns, dass Fähigkeiten Zeit brauchen und dass Vertrauen wachsen muss.
Vielleicht liegt eine der wichtigsten Lektionen darin, dass wir nicht alles erzwingen können. Manche Dinge entstehen erst, wenn wir bereit sind zu lernen, zu üben und schließlich zuzulassen.

Warum lehren wir nicht über Perfektion?

Weil Perfektion kein erreichbares Ziel ist.
Wer ständig versucht, perfekt zu sein, verliert oft die Freude am Lernen und die Freiheit, Fehler machen zu dürfen. Doch genau durch Fehler lernen wir.
Ich glaube, dass Fortschritt wichtiger ist als Perfektion. Jeder Schuss kann uns etwas lehren. Jeder Fehlschuss zeigt uns etwas, das wir noch nicht verstanden haben.

Deshalb geht es bei Mellansken nicht darum, perfekt zu werden. Es geht darum, jeden Tag ein wenig besser zu werden als gestern.

Was bedeutet Präsenz am Schießpflock?

Präsenz bedeutet, mit der Aufmerksamkeit ganz bei diesem einen Schuss zu sein.
Nicht beim letzten Pfeil. Nicht beim nächsten Ziel. Nicht bei der Punktzahl.
Nur hier.
Nur jetzt.
Viele Fehler entstehen nicht durch mangelnde Technik, sondern weil unsere Gedanken bereits woanders sind. Präsenz bringt uns zurück in den Moment.
Denn treffen können wir immer nur mit diesem einen Pfeil.

Schweden

Warum Schweden?

Schweden ist für mich mehr als ein Land. Es ist ein Ort der Ruhe, der Weite und der Natur.
Hier finde ich vieles von dem wieder, was im Alltag oft verloren geht: Zeit, Stille und die Möglichkeit, einfach präsent zu sein.
Diese Verbindung zur Natur und zu einem bewussteren Leben prägt auch Mellansken und die Art, wie ich Bogenschießen vermittle.

Was hat das Bogenschießen mit den Schären zu tun?

Auf den ersten Blick nicht viel. Und gleichzeitig alles.
Die Schären stehen für Ruhe, Einfachheit und die Nähe zur Natur. Genau diese Werte prägen auch mein Verständnis vom traditionellen Bogenschießen.
Beides erinnert uns daran, dass nicht alles schneller, lauter oder komplizierter werden muss. Manchmal liegt die größte Freiheit gerade in der Einfachheit.

Warum finden Kurse in Schweden statt?

Weil die Umgebung ein Teil des Lernens ist.
Die schwedische Natur schafft einen Rahmen, der Konzentration, Ruhe und Präsenz fördert. Fernab von Hektik und Ablenkung fällt es vielen Menschen leichter, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Deshalb ist Schweden für mich nicht nur ein Kursort, sondern ein wichtiger Teil der Mellansken-Erfahrung.

Kann ich einen Bogenschießurlaub in Schweden machen?

Ja. Mellansken verbindet traditionelles Bogenschießen mit Natur, Outdoor-Leben und der besonderen Atmosphäre Schwedens.
Dabei geht es nicht nur um das Schießen selbst, sondern auch um das Erleben von Landschaft, Ruhe und skandinavischer Lebensart.

Warum ist die schwedische Outdoor-Kultur für Mellansken wichtig?

Die schwedische Outdoor-Kultur basiert auf einer einfachen Idee: Menschen gehören nach draußen.
Zeit in der Natur, Bewegung an der frischen Luft und ein respektvoller Umgang mit der Umwelt sind in Schweden selbstverständliche Bestandteile des Alltags.
Diese Haltung prägt auch Mellansken. Nicht als Regelwerk, sondern als Erinnerung daran, wie gut uns ein einfacheres und naturverbundeneres Leben tun kann.

Was macht die Region Stockholm und die Schären besonders?

Die Region Stockholm verbindet die Nähe einer modernen Hauptstadt (für mich die schönste Stadt der Welt) mit einer einzigartigen Naturlandschaft. Direkt vor der Stadt beginnt einer der größten Schärengärten der Welt mit ca. 30.000 Inseln, Felsen und Buchten. Die Mischung aus Wasser, Wald, Weite und nordischer Gelassenheit macht diese Region für viele Menschen zu einem besonderen Ort.

Kann ich Mellansken auch besuchen, wenn ich noch nie geschossen habe?

Ja, selbstverständlich.
Viele Teilnehmer halten bei Mellansken zum ersten Mal einen Bogen in der Hand. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Wichtiger als Erfahrung sind Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen.

Vissa platser besöker vi för första gången.
Och ändå känns det som att komma hem.
„Manche Orte besuchen wir zum ersten Mal. Und doch fühlt es sich an wie nach Hause kommen.“


Urheberrecht
© 2026
Die Texte, Bilder, Grafiken und Lehrinhalte dieser Website sind das Ergebnis vieler Jahre praktischer Erfahrung und persönlicher Entwicklungsarbeit. Sie unterliegen striktem Urheberrecht und dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung nicht vervielfältigt, veröffentlicht oder weiterverarbeitet werden.