Zwischen den Inseln – Ein Tag mit Kanu und Bogen in den Schären vor Stockholm

Der Morgen beginnt ruhig am Wasser unterhalb von Dalarö.

Feiner Nebel liegt über den Schären und lässt die Inseln für einen Moment wie schwebend erscheinen. Die ersten Sonnenstrahlen streifen die glatten Granitfelsen, Möwen ziehen lautlos über das Wasser, und irgendwo zwischen den Kiefern vermischt sich der Duft von frischem Kaffee mit der salzigen Luft der Ostsee.

Am Steg warten bereits die Kanus.

Trockenbeutel verschwinden in den Stauräumen. Paddel finden ihren Platz. Die Bögen werden sorgfältig verstaut. Niemand hat es eilig. Es fühlt sich nicht an wie der Beginn eines Programms. Eher wie der Aufbruch einer kleinen Gruppe von Menschen, die sich auf einen Tag freut, der sich nicht planen lässt.

Nur wenige Paddelschläge später bleibt das Hotel zwischen den Bäumen zurück.
Vor uns öffnen sich die Schären.
Das Wasser wird ruhiger. Die Bewegungen gleichmäßiger.
Mit jedem Paddelschlag scheint der Alltag ein Stück weiter zurückzubleiben.

Zwischen schmalen Passagen gleiten wir hinaus auf offene Wasserflächen. Kleine rote Holzhäuser schmiegen sich an die Felsen, Kiefern wachsen scheinbar direkt aus dem Granit, und Seevögel begleiten uns, bevor sie wieder lautlos über dem Meer verschwinden.
Die Schären geben den Weg vor.
Nicht wir. Immer wieder legen wir an. Nicht weil ein Zeitplan es verlangt.
Sondern weil uns ein Ort einlädt zu bleiben.
Vielleicht eine kleine Insel mit sonnenwarmem Granit. Vielleicht eine windgeschützte Bucht.
Vielleicht nur ein Felsen, auf dem man das Gefühl hat, den ganzen Archipel überblicken zu können.
Während über dem Feuer langsam der Kaffee kocht, holen wir die Bögen hervor.
Draußen verändert Instinctive Archery seinen Charakter. Es geht nicht mehr um das Treffen eines Ziels.
Es geht darum, anzukommen. Im eigenen Rhythmus. Im eigenen Körper.
Im Augenblick.
Der Klang eines Pfeils. Das Knistern des Feuers. Wind, der durch die Kiefern streicht.
Mehr braucht es oft nicht.
Am Nachmittag führt uns das Wasser weiter zwischen die Inseln. Der Wind frischt etwas auf.
Kleine Wellen tanzen gegen die Kanus. Hinter jeder Landzunge öffnet sich eine neue Landschaft.
Über uns kreist hoch ein Seeadler.
Vielleicht entdecken wir einen Platz, an dem wir für eine Weile die einzigen Menschen sind.
Die Schären entscheiden jeden Tag selbst, welche Geschichten sie erzählen.
Gegen Abend suchen wir uns einen letzten Platz am Wasser.
Das Feuer brennt ein zweites Mal.
Die tief stehende Sonne taucht Granit und Meer in warmes Gold, während der Tag langsam leiser wird.
Dann sitzen wir einfach da. Mit Rauch in der Kleidung. Mit müden Armen vom Paddeln.
Mit einem Becher Kaffee in den Händen.
Und mit diesem stillen Gefühl, das sich kaum beschreiben lässt.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Grund, warum wir hinausfahren.
Nicht nur wegen des Kanus.
Nicht nur wegen des Bogens.

Zwischen den Inseln

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