Ich habe angefangen, wieder ein Buch zu führen. Kein Logbuch im eigentlichen Sinn – keine Uhrzeiten, keine Distanzen. Eher Sätze, die mir nachlaufen, wenn ich schon längst am Steg stehe und eigentlich etwas anderes tun müsste.
Heute: Nebel bis Mittag, dann Licht, das so scharf war, dass die Kiefern fast schwarz aussahen gegen den Himmel. Ich bin allein rausgefahren, das Boot beladen mit nichts als einer Thermoskanne und dem Bogen, der die ganze Zeit einfach neben mir lag, ungenutzt. Manchmal reicht es, dass er da ist. So wie ein Freund, der nichts sagen muss, um trotzdem spürbar zu sein.
Ich habe an einer Bucht angehalten, die ich seit Jahren kenne, und trotzdem sah sie heute anders aus – das Wasser ein bisschen dunkler, der Fels ein bisschen wärmer, als hätte der Sommer beschlossen, sich noch ein letztes Mal zu zeigen, bevor der Herbst kommt.
Ich habe dort gesessen, länger als geplant. Kein Grund. Nur das Gefühl, dass die Zeit hier anders läuft, langsamer, ehrlicher. Der Bogen blieb, wo er lag. Ich habe ihn nicht einmal angefasst.
Auf dem Rückweg dachte ich an jemanden, dem ich das gern erzählen würde – wie das Licht heute war, wie still das Wasser, wie wenig ich eigentlich gebraucht habe, um zufrieden zu sein. Manche Menschen tragen wir mit uns, auch wenn sie nicht dabei sind.
Zwischen den Inseln.
Zwischen Natur und Mensch.
Zwischen Erfahrung und Vertrauen.

