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Unter freiem Himmel

Unter freiem Himmel

Es gibt Abende, an denen ich das Zelt gar nicht erst aufbaue. Ich lege nur die dicke, aufblasbare Isomatte auf eine ebene Stelle im Moos, nah genug am Wasser, dass ich es die ganze Nacht höre, aber weit genug, dass die Gischt mich nicht erreicht.
Sobald die Dunkelheit kommt, gehört der Himmel wieder den Sternen – so viele, dass ich manchmal aufhöre, einzelne zu suchen, und stattdessen das Ganze anschaue, wie eine Fläche statt wie einzelne Punkte.

Wie magisch angezogen suche ich zuerst den Nordstern, meine Polaris, bevor ich mich wieder an der ganzen Sternenpracht verliere.

Der Bogen liegt neben mir, an einen Stein gelehnt. Die Schulter erinnert noch an den Tag. Jetzt ist er einfach nur da, mehr Gesellschaft als Werkzeug.
Ich koche mir noch einen Kaffee auf dem kleinen Brenner, höre das leise Zischen der Flamme gegen die sonstige Stille.
Der Dampf steigt gerade nach oben, kein Wind heute Nacht, und für einen Moment kann ich der Wärme in meinen Händen genauso viel Aufmerksamkeit schenken wie den Sternen über mir.

Irgendwann, während ich daliege, verliert sich der Unterschied zwischen Wachsein und Einschlafen. Die Sterne verschwimmen leicht, das Rauschen des Wassers wird zu einem gleichmäßigen Grund, auf dem alles andere ruht. Ich denke an nichts Bestimmtes. Das ist selten genug, dass ich es bemerke, wenn es passiert.

Am Morgen bin ich vom Kälteeinbruch der Nacht wach geworden, lange bevor der Wecker es hätte tun müssen.
Der Himmel ist noch grau, das erste Licht kaum mehr als eine Ahnung über den Bäumen.
Ich bleibe liegen, obwohl ich wach bin, weil ich weiß, dass dieser Übergang – von Nacht zu Morgen, von Schlaf zu Wachsein, unter freiem Himmel – etwas ist, das ich in keinem Bett je erleben werde.

Zwischen Schlaf und Wachsein.

Zwischen Himmel und Erde.


Zwischen Ruhe und Aufbruch.

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